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14.02.2001, 15:48
Ihr habt die Bilder letzte Woche vielleicht auch im Fernsehen gesehen: Basketballspieler in weißen und roten Trikots wendeten sich von ihrer eigentlichen Aufgabe - dem Spielen - ab und lieferten den Zuschauern stattdessen eine Massenschlägerei, die in der jüngeren europäischen Basketballgeschichte ein gleiches sucht...
Das ganze spielte sich am Dienstag, dem 6. Februar im belgischen Mechelen ab. Zwischen den beiden Teams Telindus Antwerpen und KK Roter Stern Belgrad war es schon im Hinspiel extrem rauh zugegangen. Vor allem Antwerpens *Stefan Sappenberghs und Belgrads Sasa Stefanovic zeigten beim Rückspiel gleich von Anfang an, dass sie noch eine Rechnung miteinander offen hatten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit eskalierte die Situation dann und die völlig verdutzten Zuschauer konnten beobachten, wie sich minutenlang neunzehn Spieler - ein einziger belgischer Nachwuchsspieler hielt sich heraus - über das Spielfeld jagten und Asterix-und-Obelix-like die Fäuste fliegen liessen. Die Referees mussten den Spass natürlich irgendwann verderben und brachen das Spiel beim Stand von 37:35 ab.
Gleich am Tag darauf gab die FIBA dann ihre Entscheidung bekannt. Die Basketball-Fachwelt erwartete eine Art Exempel gegen die Schläger - immerhin waren die Bilder des Spiels mit CNN um die ganze Welt gegangen und hatten den europäischen Basketball in keinem allzu guten Licht gezeigt. Aber die FIBA ging extrem gnädig mit den Übeltätern um: Die beiden Hauptakteure der Keilerei, Sappenbergh und Stefanovic, erhielten jeweils eine Geldstrafe von 10.000 DM sowie 3 Spiele Sperre. Alle anderen Spieler kamen mit einer Geldstrafe von je 3.000 DM ebenso glimpflich davon. Das Chaos-Spiel wurde annulliert und sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholt werden. Die Vereinsleitung von Roter Stern reagierte jedoch überraschend und erklärte urz darauf, dass man zu einem eventuellen Rückspiel nicht antreten werde. Damit ist Antwerpen automatisch eine Runde weiter und hat es im nächsten Spiel mit Unics Kazan zu tun. Deren Spieler Ruslan Avleev hatte Ende letzten Jahres im Spiel gegen Istanbul einen Schiedsrichter verprügelt, was für ihn 20.000 DM Geldstrafe und 2 Jahre Spielsperre zur Folge hatte. Das kann ja heiter werden...
Für Bonn könnte das ganze auch noch interessant werden: Wenn die Telekom Baskets sich im Viertelfinale gegen Maroussi durchsetzen, werden sie als nächstes dem belgischen Chaos-Team gegenüberstehen. Da kann man der Vereinsleitung nur empfehlen, mit ihren Spielern vorher ein gemeinsames Deeskalationstraining zu veranstalten....
Moritz Gathmann
Das ganze spielte sich am Dienstag, dem 6. Februar im belgischen Mechelen ab. Zwischen den beiden Teams Telindus Antwerpen und KK Roter Stern Belgrad war es schon im Hinspiel extrem rauh zugegangen. Vor allem Antwerpens *Stefan Sappenberghs und Belgrads Sasa Stefanovic zeigten beim Rückspiel gleich von Anfang an, dass sie noch eine Rechnung miteinander offen hatten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit eskalierte die Situation dann und die völlig verdutzten Zuschauer konnten beobachten, wie sich minutenlang neunzehn Spieler - ein einziger belgischer Nachwuchsspieler hielt sich heraus - über das Spielfeld jagten und Asterix-und-Obelix-like die Fäuste fliegen liessen. Die Referees mussten den Spass natürlich irgendwann verderben und brachen das Spiel beim Stand von 37:35 ab.
Gleich am Tag darauf gab die FIBA dann ihre Entscheidung bekannt. Die Basketball-Fachwelt erwartete eine Art Exempel gegen die Schläger - immerhin waren die Bilder des Spiels mit CNN um die ganze Welt gegangen und hatten den europäischen Basketball in keinem allzu guten Licht gezeigt. Aber die FIBA ging extrem gnädig mit den Übeltätern um: Die beiden Hauptakteure der Keilerei, Sappenbergh und Stefanovic, erhielten jeweils eine Geldstrafe von 10.000 DM sowie 3 Spiele Sperre. Alle anderen Spieler kamen mit einer Geldstrafe von je 3.000 DM ebenso glimpflich davon. Das Chaos-Spiel wurde annulliert und sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholt werden. Die Vereinsleitung von Roter Stern reagierte jedoch überraschend und erklärte urz darauf, dass man zu einem eventuellen Rückspiel nicht antreten werde. Damit ist Antwerpen automatisch eine Runde weiter und hat es im nächsten Spiel mit Unics Kazan zu tun. Deren Spieler Ruslan Avleev hatte Ende letzten Jahres im Spiel gegen Istanbul einen Schiedsrichter verprügelt, was für ihn 20.000 DM Geldstrafe und 2 Jahre Spielsperre zur Folge hatte. Das kann ja heiter werden...
Für Bonn könnte das ganze auch noch interessant werden: Wenn die Telekom Baskets sich im Viertelfinale gegen Maroussi durchsetzen, werden sie als nächstes dem belgischen Chaos-Team gegenüberstehen. Da kann man der Vereinsleitung nur empfehlen, mit ihren Spielern vorher ein gemeinsames Deeskalationstraining zu veranstalten....
Moritz Gathmann